Karate-in-Leonberg (Albrecht Pflueger) Willkommen!


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Presse über..

Albrecht Pflüger - Sensei

Der Karate-Meister Albrecht Pflüger

Die Schwingen des weißen Kranichs
Reportage in der Stuttgarter Zeitung vom 17.10.2015


Karate heißt für Pflüger, sich selbst zu erkennen: "Manche treten 20 Jahre vor sich hin, ohne zu wissen, wonach sie eigentlich Ausschau halten."
Foto: Andreas Reiner

Von Robin Szuttor

In den 60er Jahren war er der Wegbereiter des Karate in Deutschland. Heute ist Albrecht Pflüger pensionierter Hauptschullehrer und ein international bekannter Großmeister.

Leonberg - Und wie ist das mit diesen Nervenpunkttechniken?" - "Also gut, greifen Sie mich einfach mal an", sagt Albrecht Pflüger. Ein trockener, beiläufiger Abwehrschlag, schon ist er mit seinen Daumen an einer Stelle unterhalb der Ohrläppchen - etwa da, wo die Lymphknoten sitzen. Es folgt ein satter, noch eine ganze Weile nachklingender Schmerz. Er lässt ahnen, wie weh Pflüger einem tun kann, wenn er nicht nur halbherzig, sondern gleich "voll ins Hirn" drückt, wie er sagt.
Auch sehr angreifbar und empfindlich: die Halsgrube am Anfangsstück der Luftröhre zwischen Brustbein und Kehlkopf. Eine gezielte Attacke mit dem gekrümmten Zeigefinger lähmt dem Gegner die Arme. Oder Würgegriffe: sie verursachen wahlweise einen Brechreflex, Erstickungsanfälle oder Ohnmacht. Die allerletzte Lösung: ein Handkantenstreich gegen den Hals, nicht punktuell und peitschenartig, sondern als lang gezogener Schneidehieb, der die Schlagader auftrennt wie eine Schwertklinge. Ikken Hissatsu, die Kunst des Tötens mit einer einzigen Aktion, war auch Teil des ursprünglichen Karates.


Albrecht Pflüger gibt eine kleine Vorstellung neben dem Wohnzimmer-Kachelofen. Im Bücheregal stehen ein paar Modellautos. Auf der Terrasse leckt sich Kätzchen Baghi den Bauch. Wenige Schritte von dem Reihenhäuschen entfernt ist die Leonberger Lämmle-Hauptschule, wo Pflüger ein ganzes Beamtenleben lang Lehrer war. Er wird 75, hat drei Töchter und zehn Enkel. Urlaube verbringt er am liebsten im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb. Sein Hobby ist Fotografieren, früher machte er auch Standard-Tanz. "Ob ich ein guter Tänzer war?", ruft er seiner Frau in der Küche zu. "Jaja, damals im Mai."
Der Rücken macht ihm nach einer OP noch zu schaffen. Große Wandertouren sind gerade nicht drin, aber zackige Kagi-Zukis oder Fumi-Komis gehen immer. Pflüger ist Großmeister der Kriegskunst. Er hat den 9.Dan in Karate, trägt den 2.Meistergrad in Jiu-Jutsu und den Schwarzgurt in Aikido, was seinen Kampfstil runder und geschmeidiger machen sollte. Pflüger zählt zu den Karate-Urvätern in Deutschland.

Kamae wa shoshinsha ni ato wa shizentai - Beim Einsteiger gibt es feste Stellungen, später den natürlichen Zustand

Drei Mal wöchentlich steht er in Leonberger Sporthallen und trainiert die Karate-Oberstufe. Sein alter Schwarzgurt ist so abgerieben, dass er sich längst in einen weißen verwandelt hat. In Reihe aufstellen. Stille. Gruß. Dann die ersten Empi-Uchis - "Faust an die Hüfte, Ellbogen scharf nach oben schwingen" - und Mae-Geris - "die Schnappbewegung des Knies nutzen, mit dem Fußballen ans Kinn wie ein Uppercut." In den 70er-Jahren spülte Bruce Lee, der Hollywood-Mann mit der Todeskralle, die Leute nur so in die Karateabteilung des TSG?1849?Leonberg. Mehr als 300 Aktive hatte der Verein damals, heute sind es gerade mal ein Viertel. Aber Pflüger macht deswegen keine halbe Sachen. Kein amputiertes Karate. Wer bei ihm lernt, der muss sich auf den Weg machen wollen.

Tsune ni shinen kufu seyo - Denke immer nach und versuche dich stets an Neuem

Als zwölfjähriger Bub findet Pflüger im Bücherschrank seines Vaters etwas über Jiu-Jutsu, übt die Griffe mit seinen Klassenkameraden. Später besorgt er sich Karate-Literatur, diese Kampfkunst fesselt ihn besonders. Er bringt es sich selbst bei - mit wem soll er auch schon groß trainieren? Karate gibt es im Grunde nicht in Deutschland. Nur Jürgen Seydel. Der erwartet den jungen Pflüger 1962 am Bahnhof von Bad Homburg. Mit dem Moped fahren sie zu einem Gymnasium, wo Seydel ihm dann, auf dem Schulflur, die Prüfung zum Orangegurt abnimmt. Der Anfang ist gemacht.

Seydel bleibt noch drei Jahre der einzige Schwarzgurt in Deutschland. Dann geben japanische Großmeister einen Lehrgang in Bad Godesberg. Einer von ihnen: Keinosuke Enoeda, "der Tiger". Weltweit bekannt für seine Coolness, um nicht zu sagen Kaltblütigkeit, und seine unglaubliche Kondition. Sein Karate gilt als das härteste überhaupt. Es wird eine unvergessliche Woche für die Prüflinge. Sechs Stunden täglich ein gnadenloses Pensum. Wer 1000 Gyaku-Zukis hintereinander macht, so Enoedas Überzeugung, wird vielleicht drei, vier perfekt hinbekommen. Die muss er sich einprägen. Der Rest ist Qual. Am Ende schaffen vier der 36 Braungurte den 1. Dan. Pflüger gehört dazu.

Karate wa gi no tasuke

Karate wa gi no tasuke - Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit

Karate entwickelt sich auf den Ryukyu-Inseln im ostchinesischen Meer, vor Jahrhunderten ein eigenes Königreich, heute ein Teil Japans. Durch den Handel gelangen chinesische Kampftechniken auf die Inselkette, wo sie sich mit einheimischen Stilen vermischen. Anfang des 20. Jahrhunderts erreicht Karate Japan, verbreitet sich von dort aus über die ganze Welt.
Dabei richtet sich Karate anfangs gegen Japaner. Im 17. Jahrhundert erobert der berüchtigte Shimazu-Clan die Inseln und verhängt ein drastisches Waffenverbot. Das geht so weit, dass sich ganze Dörfer ein Küchenmesser teilen müssen. Um sich gegen den Terror und die Willkür der Besatzer zu wehren, bleibt den Einwohnern nur Karate, "die leere Hand". Bald beherrschen sie den Kampfstil in Vollendung. Nur Auserwählte dürfen ihn, im Geheimen, lernen. Die einzelnen Techniken werden in Katas festgehalten und über Generationen weitergegeben. In ihnen bündeln die Meister ihr Wissen, chiffrieren Abläufe, Bewegungen, Formen in einer Art Tanz. Etwa 70 Katas gibt es bis heute. Sie sind immer noch Inspirationsquelle für Meister, die sie auf ihre Art decodieren und wiedererwecken.

Hito no te ashi wo ken to omoe - Stelle dir deine Hand, deinen Fuß als Schwert vor

Pflügers Rentnerbauch ist immer noch so hart wie ein Bronze-Torso. Aber der Schlüssel zur Karatekunst liegt im Bauch - etwa fünf Zentimeter unter dem Nabel. Wer in der Körpermitte ruht, hat das ideale Gespür für Gefahr. Von der Körpermitte aus kann er jede Aktion so setzen, dass sich nirgendwo Energie verliert, sondern die ganze Kraft ins Ziel geht - hart, schnell, präzise. "Es muss ein Schock für den Körper sein. Wie ein Blitzeinschlag."
Wer in seiner Mitte ist, hat Kontrolle über die Atmung. Der kann wie eine Katze aus der totalen Entspannung in den maximalen Angriff und dann gleich wieder in die totale Entspannung gehen. Jeder einzelne Muskel muss in Abertausenden Übungsstunden gelernt haben, wann es gerade auf ihn ankommt und bei welchen Aktionen er sich ganz raushalten kann.
Beim Karate gibt es keinen Moment des Abwartens. "Wären beide Kämpfer mit 10?000 Volt geladen, muss die Attacke kommen, wenn es zu knistern beginnt, ohne einen Sekundenbruchteil Verzögerung", sagt Pflüger. Der Angreifer sollte sogar das letzte Stückchen in den Hochspannungskreis mit dem Angriff selbst überbrücken.
Was das Feuerschweißen für japanische Langschwerter, ist das Makiwara für Hände und Füße. Ein ursprünglich mit Reisstroh umwickeltes, fest im Boden verankertes und oben leicht nachfederndes Brett, das die Technik schult, und, wenn man oft genug dagegen schlägt, die Gliedmaßen dermaßen abhärtet, dass sie per se zu Waffen werden. Meister Pflüger hat schon herumfliegende Dachpfannen mit der Hand entzweit, auch wenn er solche Showeinlagen nicht sehr pflegt. Meister Kwon-Jae-Hwa zertrümmerte mal einen faustgroßen Kieselstein mit der Innenhandkante. Meister Oyama Masutatsu, ein echter Haudrauf, schlug gern Stieren sauber die Hörner ab, brach ihnen danach das Genick. Mit seinen Schülern sprang er auch nicht viel zimperlicher um.

Mazu jiko o shire shikoshite hoka o shire

Mazu jiko o shire shikoshite hoka o shire - Erkenne erst dich, dann den Anderen

Früher sei er jähzorniger und unduldsamer gewesen, sagt Albrecht Pflüger. Im Verständnis der alten Meister bedeutet Karate vor allem, als Persönlichkeit zu wachsen. Das Ego zu besiegen, weil es sich von Natur aus immer wieder in den Vordergrund drängen will. Dieses Denken habe im modernen Sportkarate, wo allein Triumphe und Trophäen zählen, keinen Platz mehr. Der Kern des Ganzen fehlt. "Das mag in unsere Erfolgsgesellschaft passen. Einer inneren Reifung steht es aber im Weg."
Viele, die nach jahrelanger Anstrengung ihren Schwarzgurt geschafft haben, ruhen sich dann aus, schauen zurück, werden faul und überheblich. Also Endstation. Dabei seien sie erst, wenn sie die Basistechniken beherrschen, wirklich bereit und frei, sagt Pflüger. "Karate hört nie auf." Nach jeder Stufe öffne sich wieder ein neues Zimmer. "Den 10. Dan kann eigentlich niemand zu Lebzeiten bekommen", sagt der Großmeister Leslie Safar (9. Dan), "denn er bedeutet, dass man perfekt ist. Wer den 10. Dan lebend erreicht, ist muss geistig tot sein."
Gijutsu yori shinjutsu - Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik

Für die praktische Prüfung zum 8. Dan, die er mit 70 Jahren ablegte, hat Pflüger die Kata "Hakkaku", der weiße Kranich, interpretiert. Jetzt kämpft er im Wohnzimmer mit der Fernbedienung des DVD-Player, um zu zeigen, wie der japanische Meister Teruo Hayashi sie ausführt. Die Kata dauert kaum länger als eine Minute. Sie hat etwas von einem Stammestanz. Der Meister deutet die Schwingen eines Kranichs an - im Kampf eine Abwehrtechnik. Er formt seine Hand, wie im Schattenspiel, zu einem Vogelkopf - im Ernstfall eine sehr effektive Art, jemanden zu verletzen. Hypnotische Bewegungen variieren mit rasanten Stößen, immer den gedachten Gegner vor Augen. Dagegen wirkt jedes reale Karateduell plump und ordinär. Ohne Poesie.

"In Katas liegt Demut und Ernsthaftigkeit und tiefe Schönheit", sagt Pflüger. Was ein Meister aus den Techniken macht, folgt bei der Dan-Prüfung in einer Vorführung mit Kampfpartner. Für Eingeweihte wie die Lesart einer Heiligen Schrift. Es heißt, man brauche Jahre, um eine Kata ansatzweise zu verstehen. Es heißt, manche Meister übten ihr Leben lang nur eine Kata. Es heißt, eine einzige Kata trage das Wissen mehrerer Meister in sich. "Gojshiho dai" etwa, eine Kata der höchsten Meisterstufe. Oder "Jitte": wer sie vollendet beherrscht, kämpft mit der Stärke von zehn Händen.

Katas sind zwar noch fester Bestandteil im Sportkarate und zwingend bei jeder Prüfung. Dennoch gingen sie schleichend verloren, sagt Pflüger. Denn viele spulten diese altüberlieferten Schattenkämpfe nur noch als Pflichtprogramm ab, ohne Gespür für ihre Bedeutung. Als sage man ein auswendig gelerntes Gedicht in einer fremden Sprache auf. Seelenlos. "Manche treten 20 Jahre vor sich hin, ohne zu wissen, wonach sie eigentlich Ausschau halten."

"Nur ein ruhiger Geist bringt kluge Bewegungen und körperliche Stabilität hervor", sagte einmal Meister Yasunari Ishim, Träger des 9. Dan. "Für Karate brauche ich einen leeren Geist und innere Klarheit. Das Leben ist sehr einfach, nur neigen wir Menschen dazu, es kompliziert zu machen."


"Wo ist der Präsident?"
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 22.06.2011

Karate Der Leonberger Albrecht Pflüger ist einer der einflussreichsten Karateka der Welt. Nun ist der Autor maßgeblicher Kampfkunst-Literatur in den 9. Dan-Rang aufgestiegen. Von Marius Venturini


Seine Spitznamen sind vielfältig: Er sei einer der "Väter des Deutschen Karate", der "Karatelehrer der Nation" - manche seiner Freunde nennen ihn auch schlicht und einfach Albi. Sicher ist, dass der Leonberger Albrecht Pflüger Karate lebt. Der inzwischen 71-Jährige beschreitet den Weg, den sogenannten "Do" der fernöstlichen Kampfkunst bereits seit seiner Jugend. Ende Mai ist er bei der Prüfung im nordrhein-westfälischen Oberhausen in den 8. Dan-Rang aufgestiegen, den nur sehr wenige Sportler erreichen. Pflüger gehört nun zu den acht höchstgraduierten Karateka des Deutschen Karateverbandes - zu den weltweit meistgeachteten zählt er jedoch schon sehr viel länger.

Um eine solch hohe Graduierung zu erreichen, ist es wichtig, Karate tatsächlich als einen nie endenden Weg anzuerkennen. "Das begreifen viele nicht", sagt der ehemalige Hauptschullehrer, "doch die körperliche, geistige und auch die charakterliche Weiterentwicklung sollte immer im Mittelpunkt stehen - nicht der bloße Wettkampf." So hat Pflüger, bis vor knapp 30 Jahren unter anderem Vorsitzender der Karate-Union Baden-Württemberg und Vizepräsident der Deutschen Karate Union, 1984 all seine Funktionärsämter niedergelegt. "Diese ganze Verbandsmeierei und der Streit um Posten war mir zuwider", sagt er, "mir war die Praxis des Karate viel wichtiger."

1957, als 16-Jähriger, entdeckte er im Bücherregal des Vaters ein Jiu-Jitsu-Buch aus den 20er Jahren. Kurz darauf las er in der Zeitung von einem Kursangebot. "Das war mir aber schnell zu wenig, also bin ich zum Judo gewechselt", erzählt er. 1963 war es schließlich soweit - Albrecht Pflüger besuchte einen zweiwöchigen Kurs bei Karatemeister Jürgen Seydel, dem wohl bedeutendsten Deutschen Karateka. Zuvor hatte er bereits an einem Sommerlehrgang in Frankreich teilgenommen.

Im April 1964 gründete Albrecht Pflüger die Kampfsportabteilung im Turnerbund Leonberg. Nur ein Jahr später, inzwischen als Präsident des Deutschen Karatebundes (DKB), stieg er in den ersten Dan-Grad auf. Jürgen Seydel, immer um Kontakte ins Karate-Mutterland Japan bemüht, sorgte dafür, dass von dort eine Kommission nach Deutschland reiste, um die Prüfungen abzunehmen. Und die Japaner scheuchten die Anwärter wie noch nie. Pflüger erinnert sich: "Ich war damals ein durchtrainierter Leichtathlet, und trotzdem war ich nach stundenlangem Training jeden Tag am Ende fix und alle." Und im Mai 2011 schloss sich für Albrecht Pflüger der Kreis. Nicht nur, dass er inzwischen in den 8. Dan-Grad aufgerückt ist - er begegnete bei einem Lehrgang in Karlsruhe auch einem seiner japanischen Prüfer wieder: Hiroshi Shirai. Der habe damals in seinem gebrochenen Englisch oft vom "president" gesprochen. "Keiner wusste, wen oder was er damit meinte", sagt Pflüger. Des Rätsels Lösung offenbarte sich 46 Jahre später, als Shirai ihn fragte: "Where is the president?" - wo ist der Präsident? Der japanische Meister hatte ihn nicht auf Anhieb wiedererkannt und fragte nach dem damaligen DKB-Präsidenten: Albrecht Pflüger. Die Prüfung zum 8. Dan verlangte dem Leonberger einiges ab. Er wählte für den Schattenkampf-Vortrag die sogenannte Kranich-Kata, die an einen nach Körnern pickenden Kranich erinnert. "Es ist sehr schwer, dabei im Gleichgewicht zu bleiben", beschreibt er die Übung. Beim Partnerkampf wählte er schließlich eine Strategie, die zur Selbstverteidigung Elemente des Jiu-Jitsu enthält - und die er selbst erdacht hat.

"Diese Grade bekommt man nicht für irgendwelche gewonnenen Meisterschaften", so Pflüger, "es sind Selbstdisziplin, Präsenz, Glaubhaftigkeit und auch Kreativität gefragt." Dies habe ihm auch in seinem Beruf als Lehrer weitergeholfen. "Man muss die Schüler mitnehmen und nicht gegen sie arbeiten", weiß der erfahrene Trainer.

Noch heute macht der Vater dreier Töchter drei- bis viermal wöchentlich seine Übungen und feilt an seinen Techniken. Ans Aufhören hat Albrecht Pflüger keinen Gedanken verschwendet. "Frank Sinatra hat "I did it my way" gesungen, und genau darum geht es - wenn man so will - auch im Karate: ganz bewusst einen eingeschlagenen Weg zu gehen, und das ein Leben lang."

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Albrecht Pflüger im Interview mit Simona Marincu, Programmdirektorin des Fernsehsenders Europa Nova / Rumänien, Korrespondentin mit verschiedenen Budo - Zeitschriften:

1. Herr Pflüger, Ihr Name ist in meinem Heimatland Rumänien ebenso bekannt wie in Deutschland. Von Sensei Werner Lind habe ich erfahren, daß Sie auch für ihn den ersten Impuls gegeben haben, sich mit Karate zu beschäftigen. Wie kam das ?
Meine Karate-Lehrbücher waren die ersten im deutschsprachigen Raum, die weite Verbreitung fanden. Dadurch, daß ich mich darin bemühte, aufzuzeigen, daß Karate mehr ist als die Vermittlung von Techniken, wurden viele heute bekannte Karate-Meister auf den WEG (=DO) gebracht. Ich war also (und das haben mir inzwischen viele Karate-Meister auch aus dem deutschsprachigen Ausland bestätigt) für viele ein „Wegweiser“ ohne sie persönlich zu kennen.
2. Ich zitiere noch einmal Werner Lind, der Sie für einen der bedeutendsten Karate-Lehrer in Europa hält. Er gebraucht in Verbindung mit Ihnen sogar die Bezeichnung „Vater des europäischen Karate“. Wie stehen Sie dazu?
Dazu kann ich nur sagen, daß ich bezüglich der Entwicklung des Sport-Karate fast gar nicht beteiligt war und auch die in der Beantwortung der Frage 1 von mir erwähnte „Wegweiser“-Funktion gilt nur für den deutschsprachigen Raum. In Frankreich z.B. war Karate schon fest etabliert als ich noch nicht mal den Begriff kannte.
3. Können Sie uns etwas über Ihren Werdegang im Karate erzählen?
Mein Interesse galt immer den asiatischen Kampfkünsten als Disziplinen der Selbstverteidigung.
Im Bücherschrank meines Vaters hatte ich als etwa 12-Jähriger Bücher über Jiu-Jitsu gefunden und übte in der Folgezeit mit Schulkameraden die darin abgebildeten „Griffe“. Mit 16 Jahren hörte ich von einem Stuttgarter Inhaber einer Sportschule für Gymnastiklehrer, der bereits in den 30-er Jahren zu den Judo-Pionieren in Deutschland gehörte. Ich suchte im Telefonbuch die Nummer und belegte einen Jiu-Jitsu-Kurs. Anschließend trat ich dem „Judo-Club Stuttgart“ bei. In der von Ago Glucker (so hieß der Stuttgarter Judo-Pionier) herausgegebenen Fachzeitschrift des „Deutschen Judo-Bundes“ las ich in der Folgezeit oft vom DO in den japanischen Kampfkünsten und besorgte mir nach und nach die dort angegebene Literatur. Vor allem das berühmte Buch von Prof. Eugen Herrigel „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ berührte mich innerlich tief. Ich war in dieser Zeit erfolgreicher Leichtathlet und suchte nach etwas, das mir mehr gab als nur das Streben nach äußerem sichtbarem und meßbarem Erfolg, das ich in etlichen Jahren meiner Leichtathletik-Laufbahn zur Genüge absolviert hatte und das mich nicht mehr reizte (obwohl oder gerade weil meine Erfolge und mein Talent im Jugendbereich nun, um wettkampfmäßig weiterzukommen, ein Training erforderlich gemacht hätten, das, spezialisiert nur auf die Disziplinen, die bei intensivem Training Erfolg versprochen hätten - Kurzstrecken und Weitsprung - mir zu eintönig und stumpfsinnig erschien).
Da begeisterte mich der alte Judo-Lehrer Glucker (er war schon in den Siebzigern) weit mehr, der das Prinzip „der Intellekt besiegt die rohe Gewalt“ für mich jungen Menschen mit seinen mir so raffiniert erscheinenden „Tricks“ so hervorragend verkörperte. Das wollte ich lernen!
Im Stuttgarter Judo-Club lernte ich von all dem nichts. Das Training wurde von jungen Schwarzgurten geleitet, deren Unterricht nur auf Erzielung von Wettkampferfolgen ausgerichtet war.
Anfang der 60-er Jahre las ich in der JUDO-Zeitschrift von dem Deutschen Jürgen Seydel, der, ausgehend vom Judo, in Frankreich mit Karate in Berührung gekommen war und dort bei japanischen Lehrern diese Kunst erlernte. Er bot nun „Sommerschulen“ an, die in der JUDO-Fachzeitschrift inseriert waren und die ich ab 1962 regelmäßig besuchte. Ich fiel ihm auf und wurde bereits 1964 zum Präsidenten des „Deutschen Karate-Bundes“ gewählt, den Seydel einige Jahre zuvor gegründet hatte. J. Seydel schrieb auch das erste (dreibändige) Karate-Lehrbuch, das allerdings keine hohen Verkaufszahlen erreichte, das mir (und anderen) aber erste „Versuche“ ermöglichte.
Im April 1965 besuchten die JKA-Instruktoren T. Kase, H. Kanazawa, H. Shirai und K. Enoeda zum ersten Mal
Europa. Eine Woche lang trainierten sie die Mitglieder des „Deutschen Karate-Bundes“ (DKB) in Bad Godesberg. Am Ende stand die erste JKA-DAN-Prüfung in Deutschland nach den Kriterien der JKA. Dabei bestanden nur 4 Prüflinge von über 30!
Als in der Folgezeit der Deutsche Sportbund den Deutschen Judo-Bund bat, sich um die Entwicklung der anderen jap. Kampfkünste zu kümmern, trat ich mit einigen Dojo-Leitern zum Judo-Bund über und gründete die „Sektion Karate“.
1965 schrieb ich mein erstes Lehrbuch („Karate Band 1“), das auch heute noch geeignet ist, den Einstieg in
unsere Kampfkunst zu begleiten. Neben dem Veröffentlichen von weiteren Lehrbüchern über Karate bekleidete ich auch jahrzehntelang hohe Funktionärsämter. Seit 1984 widme ich mich nur noch dem Karate-DO ohne die „Fesseln“ und Sachzwänge, in die man als Funktionär eingebunden ist.
4. Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen des modernen Karate?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Zuerst müßten wir definieren, was wir unter „modernes Karate“
verstehen wollen. Ich nehme an, daß damit vor allem das Sport-Karate (Wettkampf-Karate) gemeint ist.
Der Vorteil dieser Entwicklung ist, daß nur dadurch (ähnlich wie das Jahrzehnte zuvor mit dem JUDO geschah) eine weltweite Verbreitung stattfand. Zu fragen ist nur, ob das im Sinne dieser alten Kampfkünste überhaupt wünschenswert ist.
M. Nakayama, der wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte, sagte in einem Interview 1977:
“Der Wettkampf, glaube ich, hat Karate in der ganzen Welt populär gemacht. Das ist es, was Meister Funakoshi im Grunde genommen wollte. Deswegen glaube ich, er würde mir heute zustimmen.“
Zweifel darüber kommen jedoch schon einige Sätze später zum Ausdruck, wenn er sagt:
“An manchen Tagen jedoch kann ich einer inneren Unruhe nicht entgehen. Und ich denke daß es, wenn ich
mich geirrt habe, an dem Tag, an dem ich sterben werde, an dem Tag, da ich Meister Funakoshi im Paradies wieder begegnen werde … nun, daß es an jenem Tag einen großen heiligen Kumite dort oben geben wird. Und dies wird vielleicht schlimm für mich werden.“
Der Unterschied zwischen „modernem Karate“ und dem Karate-DO liegt in der inneren Einstellung, der Motivation. Im Sportkarate ist das Ziel der äußere sichtbare, meßbare Erfolg über andere (so, wie in jedem anderen Sport auch). Im Karate-DO ist das Ziel, sind „Erfolge“ nicht sichtbar und nicht meßbar, weil das Bemühen nicht darauf zielt, andere zu besiegen, sondern sich selbst. Natürlich hat auch der „westliche“ Sport in dieser Richtung (Erziehung zu einer vorbildlichen Persönlichkeit) große pädagogische Potentiale.
Darin liegt auch die Chance, das „moderne“ Sportkarate auf dem Boden des „alten“ Verständnisses als WEGLehre betreiben zu können. Dies ist aber ein Spagat, den nur wenige schaffen; junge Sportler, die im Wettkampf erfolgreich werden, bekommen plötzlich oft, wie mir ein japanischer Meister sagte, „a big head“, wissen alles besser als ihr Meister, der sie zu diesem Erfolg geführt hat und sind so für das Anliegen des Karate-DO verloren.
Andererseits habe ich aber auch erfolgreiche Wettkämpfer erlebt, die mit der richtigen inneren Einstellung
Wettkampferfolge angestrebt und erreicht haben, ohne diese zum „Goldenen Kalb“ zu machen.
Ich glaube deshalb, daß diese Ambivalenz in der Betrachtungsweise des Karate nicht nur eine Gefahr für das
Karate-DO, sondern auch eine Chance darstellt, im dauernden Kampf mit sich selber (z.B. um den Stellenwert des Wettkampfes und des Wettkampferfolges) das Anliegen und die Ansprüche des Karate-DO in sich selbst zu verwirklichen.
5. Gibt es in West-Europa einen Trend zum klassischen Karate? Ist die Spaltung in Sport-Karate und Klassik Ihrer Meinung nach sinnvoll?
Der Trend zum klassischen Karate war bei wenigen schon immer da. In den letzten Jahren ist auch bei erfolgreichen Trainern eine Tendenz zu erkennen, mehr über Karate als Kampfkunst zu erfahren. Inwiefern das Motiv dazu nur darin liegt, das eben auch mitzumachen, weil es gerade „in“ ist, oder ob die Motivation dazu echt ist, muß gefragt werden; ich kenne viele, die „das“ jetzt halt auch mitmachen möchten, um auch „darin“ mitreden zu können! Echt (von Herzen) ist das nur bei wenigen!
Eine Spaltung in Sport-Karate und klassischem Karate wird es schon deshalb nicht geben. Jeder Wettkampf-
Trainer redet heute auch vom Karate-DO und kann hier einige Thesen, die er sich angelesen hat, von sich geben! Das Bewußtsein, daß die Kampfkunst Karate mehr ist als nur Wettkampfsport ist also auch in jedem vorwiegend Sport-Karate-Betreibendem offensichtlich vorhanden.
Andererseits gab und gibt es auch in den Verbänden und Vereinen immer Lehrer (und Schüler), die ein tieferes Verständnis der Kampfkunst anstrebten.
6. In welchen Persönlichkeiten / Lehrern besteht die Bewegung zu den klassischen Kampfkünsten?
In meinem Land wird Karate ausschließlich als Sport betrieben. Wir lernen und kopieren aus West-Europa. Welchen Trend, welchen klassischen Lehrer kann man von hier ernst nehmen, wer kann für unsere Karateka dieses „Mehr“ an Kampfkunstinhalten aufzeigen? Wie ich schon mehrfach erwähnte, gab und gibt es schon immer Karatetreibende, die sich für die Hintergründe unserer Kampfkunst interessieren.
An herausragenden Lehrern, die auch darüber veröffentlichen oder gar darin (geistige) Führungspositionen
übernehmen (oder übernehmen wollen!) gibt es nur wenige. Aus dem Bewußtsein heraus, daß letztlich jeder
für sich selbst entscheiden muß, welchen WEG er gehen möchte, streben diese Lehrer, die selber versuchen
den klassischen Weg zu gehen, gar keine Führungspositionen an, denn dann wird es sehr schnell politisch (das Anstreben wachsender Mitgliederzahlen, Einflußnahme auf Mehrheitenbeschlüsse etc.). Man kann die richtige Auffassung, das richtige Verständnis von Karate-DO nicht organisieren! Trotzdem gibt es natürlich Lehrerpersönlichkeiten, die Einfluß haben auf die innere Einstellung von vielen. Werner Lind hat in den letzten Jahren durch seine fundierten Veröffentlichungen vielen den Weg gewiesen. Wolf-Dieter Wichmann war und ist schon immer für viele ein WEG-Vorbild und ich selbst freue mich, wenn ich immer wieder höre, daß ich für viele wegweisend war. Sie fragen, welchen Trend man ernst nehmen könne. Das ist es ja genau, was wir nicht wollen: Daß die Leute irgendwelchen „Trends“ nachlaufen, weil es gerade „in“ ist! Es muß (und kann) nur jeder für sich selbst entscheiden, was er im Karate anstrebt!
7. Ist es tatsächlich so, daß die Ausübung des Karate als Wettkampfsport etwas anderes ist, als die Übung in einer klassischen Kampfkunst?
Siehe Antwort zur Frage 4! Zusätzlich: Da die klassische Kampfkunst immer eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung ist, bestehen natürlich schon im Üben erhebliche Unterschiede.
Im Sport wird nach ganz anderen Kriterien der „Sieg“ vergeben als in einem möglichen Ernstfall.
Das Training ist deshalb sportlicher, athletischer und deshalb auch mit höheren gesundheitlichen Risiken
verbunden. In der Selbstverteidigung zählt nur die Wirksamkeit. Deshalb konnte das klassische Karate mit positiven gesundheitlichen Wirkungen bis ins hohe Alter betrieben werden, da man mit dieser Auffassung nicht gezwungen ist, möglichst hoch zu treten, möglichst tief zu stehen etc. Deshalb sind auch z.B. die vorbereitenden Aufwärmübungen gesünder, weil man nicht gezwungen ist, „sportlichen“ Anforderungen zu genügen.
8. Wie unterscheiden Sie in Ihrem persönlichen Training zwischen den beiden Auffassungen?
In meinem Dojo wird Karate seit über 30 Jahren als Karate-DO unterrichtet. Diese Auffassung ermöglicht aber auch, wie ich schon weiter vorne darlegte, den sportlichen Wettkampf. Das Streben nach (äußerem) Wettkampferfolg ist nichts Schlechtes, rundweg Abzulehnendes. Entscheidend ist die innere Einstellung: Daß dieses Erfolgsstreben nicht zur wichtigsten Motivation wird! Deshalb unterrichte ich auf dem Boden dieses Verständnisses das gesamte Spektrum dieser Kampfkunst, auch Wettkampfkarate. - Bei mir muß aber niemand auf Wettkämpfe gehen!
9. Karate wird immer als eine Kampfkunst dargestellt. Nun hat es sich aber selbst in unserem Land herumgesprochen, daß zumindest das Karate, das bei uns betrieben wird, nicht selbstverteidigungsfähig ist. Wir haben Abwanderungsprobleme von Menschen, die die Selbstverteidigung suchen, hin zu anderen Disziplinen. Wie erklären Sie sich diesen Umstand und ist es in Deutschland ähnlich?
Es ist auch bei uns in Deutschland ähnlich. Das hat auch der „Deutsche Karate-Verband“ erkannt, der ganz
offiziell verstärkt Lehrgänge für Übungsleiter in Selbstverteidigung anbietet. In Deutschland gibt es Kampfkunstverbände, die ganz bewußt die Selbstverteidigung in den Vordergrund
stellen und damit große Erfolge haben.
10. Was muß getan werden, um Karate als Kunst der Selbstverteidigung zu erhalten?
Um Karate als Kunst der Selbstverteidigung zu erhalten, müßte auch das ganze Spektrum dieser Kampfkunst
unterrichtet und geprüft werden! Was nicht geprüft wird, wird nicht geübt! Bestrebungen, Selbstverteidigung als Prüfungsfach in der neuen Prüfungsordnung zu etablieren, konnten sich leider nicht durchsetzen. Deshalb wird Karate als Kunst der Selbstverteidigung nur für diejenigen Gültigkeit behalten, die sich selbst darum bemühen. Immerhin bietet der Verband jetzt Fortbildungsmöglichkeiten an!
11. Wie wichtig ist für Sie der WEG (Do) im Karate, wie integrieren Sie ihn in Ihren Lehrprozess und was sagen Sie über die vielen Vereine, die ohne Weg-Lehre unterrichten (davon gibt es in unserem Land die meisten)?
Für mich war Karate immer ein WEG (Do) an seiner Gesamtpersönlichkeit zu arbeiten. Der Unterricht in dieser Kampfkunst ist deshalb für mich das Bestreben, meinen Schülern den Weg zu zeigen und sie als Helfer auf dem WEG zu begleiten. Dabei gelten die klassischen strengen Regeln der Kampfkünste für Lehrer und Schüler. Auch bei uns betreiben die allermeisten Karate-Vereine diesen Sport ohne WEG-Lehre. Trotzdem gibt es auch in solchen Vereinen „Suchende“, die sich um den rechten Weg bemühen.
12. Sie sind Ehrenmitglied im Budo Studien Kreis von Werner Lind, der gleich Ihnen sehr traditionell unterrichtet. Für wie wichtig halten Sie diese Verbindung und den traditionellen Unterricht im allgemeinen?
Die Verbindung traditionell unterrichtender Lehrer ist sehr wichtig. Sie ist allerdings ihrer Natur nach immer
unorganisiert (siehe Antwort zu Frage 6) und insofern relativ lose. Sie ist aber andererseits sehr eng: ISHIN
DENSHIN (von Herz zu Herz). Es ist nicht wichtig (und auch nicht effektiv) darüber zu reden (oder gar zu organisieren). Das Beispiel, das Üben, die Praxis müssen überzeugen, nicht Worte!
Traditioneller Unterricht ist deshalb für mich der einzig mögliche, um das tiefere Anliegen der Kampfkünste zu verwirklichen. - Ich bin kein Trainer (wie etwa ein Leichtathletik-Trainer oder ein Fußball-Trainer), der nur sichtbare, meßbare Erfolge anstrebt (und bei Mißerfolg „gefeuert“ wird). Ich bemühe mich, ein Sensei zu sein, ein Helfer auf dem WEG zur reifen Persönlichkeit und das geht nur im „traditionellen“ Unterricht!
13. Im größten deutschen Karateverband (DKV) haben Sie den Shotokan Kreis initiiert. Was bezwecken Sie damit?
Der SHOTOKAN-Kreis ist keine Organisation (siehe Antwort zu Frage 6)! Es ist eine lose Interessengemeinschaft von Karate-Lehrern, die sich in besonderem Maße den traditionellen Werten des Karate-DO verpflichtet fühlen und diese in ihrem Training vermitteln und vorleben. Ohne formale Mitgliedschaft oder Verbandsstrukturen (Organisation) wollen wir durch das aktive konkurrenzlose Miteinander ein Zeichen setzen, daß es auch heute möglich ist, ein tieferes Verständnis des Karate-DO zu verwirklichen. Dieser Shotokan-Kreis hat also keine politischen, sondern nur ideelle Ziele. Deshalb sind wir auch überhaupt nicht an einem schnellen Wachstum der Mitgliederzahlen interessiert!
14. Herr Pflüger, würden Sie eine Einladung zu einem Seminar nach Rumänien akzeptieren? Sie haben dort viele Freunde und werden dort hoch respektiert.
Viele Karateka im In- und Ausland sind der Meinung, daß ich, da ich schon so viel über Karate veröffentlicht
habe, schon so viele Ämter innehatte, so viel auf Lehrgängen unterwegs war, ein Karate-Profi sei. Das ist aber nicht der Fall. Ich habe einen Beruf, der aber ganz eng mit meiner Auffassung von der Kampfkunst als Erziehung der Gesamtpersönlichkeit zusammenhängt: Ich bin Lehrer an der Hauptschule.
Aus diesem Grund aber habe ich auch nur beschränkte Zeit und gebe auch weniger Lehrgänge. Auch aufgrund meiner familiären Situation sehe ich keine Möglichkeit zu noch mehr Lehrgängen.
15. Gibt es etwas, was Sie den Karateübenden in Rumänien mit auf den Weg geben wollen?
Jeder kann im Karate seinen WEG finden! Wenn du dabei darauf achtest, daß dein hauptsächliches Bemühen
vor allem immer darauf gerichtet bleibt, dich selbst zu besiegen, kommst du den Idealen der alten Meister
sehr nahe!

Albrecht Pflüger
Leonberg, im Februar 1999

Magazin Shogun 01-2005
Magazin Shogun 01-2005
Magazin Shogun 01-2005
Magazin Shogun 01-2005

Auszug aus toshiya 03-2007 dem Magazin für Karate, Kampfkunst & Kultur von Marié Niino

Albrecht Pflüger Es gibt wohl kaum einen Karateka in Deutschland, der nicht mindestens eines seiner Bücher zu Hause hat. Kein Wunder, denn es sind derzeit über 13 Bücher und mittlerweile auch 4 DVDs, die Albrecht produziert hat. Schon vor 20 Jahren hatte er ein Karate-Lehrvideo mit dem Falken- Verlag kreiert.

Wenn man versucht, ein Bild der deutschen Karateszene zu zeichnen und die herausragenden Persönlichkeiten allen etwas näher bringen will, so kommt man an Albrecht Pflüger nicht vorbei. Allein die Eingabe bei der Internet-Suchmaschine Google ergab auf seinen Namen hin mehr als 600 Treffer und die Enzyklopädie Wikipedia beschreibt ihn zu Recht als einen deutschen Karate-Pionier.

Jetzt, da der Deutsche Karate Verband seinen Aufkleber "50 Jahre Karate in Deutschland" verteilt, scheint die Zeit auch gekommen zu sein, um sich zu fragen, wie kam eigentlich Karate nach Europa, nach Deutschland und wer kann für sich den Verdienst beansp . . .

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